Mining Rig Guide für Dummies – Teil 1: Finanzplanung

Mining Rig Guide für Dummies – Teil 1: Finanzplanung

2017 war das erste dominante Jahr von Kryptowährungen. Noch im Sommer lachte ich über einen Freund, der zum Kurs von 2000 $ in Bitcoins investiert hat. „Blase, viel zu überbewertet“ etc. waren meine Aussagen als er mir von seinem Investment erzählt hat. Ich war halt mal wieder ein typisch deutscher ängstlicher Besserwisser – und das hat mich im Dezember gewurmt. Mit P2P Krediten und ETFs habe ich doch schon neue Finanzprodukte ausprobiert und bin davon überzeugt – warum war ich so verdammt negativ gegenüber Kryptowährungen? Um später wenigstens zu sagen „ich war dabei“ und auch mit der Gefahr alles zu verlieren – was man beim Investieren in Aktien und P2P Kredite auch hat, habe ich mich entschlossen in Kryptowährungen zu investieren.

Doch wie investiere ich, habe ich mich gefragt und ein aus meiner Gamerzeit bekannter Youtuber hat wie auf Wunsch ein How to Mine Verge Video gepostet. So ließ ich meine alte Klapperkiste aus meinem Studium noch einmal aus Spaß minen. Doch das kann man doch auch alles Professioneller aufziehen und natürlich auch wirtschaftlich. Und die Idee für ein Mining Rig war geboren.

Warum kein Antminer?

Mining Rigs haben den Vorteil, dass diese nicht auf genau eine Währung spezialisiert sind (genauer gesagt einen Algorithmus). Wenn mein Coin unprofitabel wird – na dann mine ich einen anderen. Die bekannten Antminer, welche viele mit Bitcoin verbinden, können eben nur Bitcoin, Bitcoin Gold und Bitcoin Cash minen (oder im fall der L Miner Litecoin und D Miner Dash). Das war mir dann zu unflexibel.

Warum genau ein Guide?

Für mich war das alles Neuland und mir macht es Spaß davon zu berichten. Viele Fehler und Probleme die ich hatte waren auch nur auf Reddit und Englisch verfügbar. Mein Mainboard wollte ich beispielsweise Einschicken, weil es nicht alle Grafikkarten erkannt hat – ich war eben ein Dummie. Damit euch das nicht passiert, will ich euch mit dem Guide eine Hilfestellung geben.

 

Schritt 1: Finanzielle Grundlage

Als erstes müsst ihr euch über die Finanzen Gedanken machen und über die Zusammenhänge in diesem kleinen Mikrokosmos.

Was zählt ist die Leistung eurer Grafikkarten und euer Verbrauch an Strom. Leider gibt es da natürlich Zielkonflikte also fangen wir bei den Basics an.

Ein Rig besteht aus einem Grundgerüst und einer Menge an Grafikkarten, die an das Grundgerüst angeschlossen werden können. Das Grundgerüst ist die billigste Hardware, die ihr bekommen könnt. Außer auf ein Mainboard mit genug Grafikkarten Steckplätzen und ein Hochwertiges Netzteil ist immer das billigste das Beste. Jedes Rig benötigt dieses Grundgerüst ein Mal und es verbraucht auch egal ob ihr eine oder 11 Grafikkarten angeschlossen habt immer das gleiche an Strom und bringt euch keine Leistung. Für das Grundgerüst sollte man 300-375 € veranschlagen und einen Verbrauch von 80-90 Watt zugrunde legen.

Bei den Grafikkarten kommt nun ein Zielkonflikt zu tragen. Hier gibt es die Variablen Preis, Leistung und Verbrauch. Computerbase hat da einen sehr guten Artikel verfasst. Im Endeffekt kann man folgendes sagen:

NVIDIA Grafikkarten arbeiten Energieeffizient und man kann an ihnen nicht viel herumbasteln. Sie bieten die beste Leistung/Verbrauchs Werte und sind preislich auf einem Level mit den AMD Karten. Die AMD Karten haben eine höhere Leistung aber auch einen höheren Stromverbrauch und man kann sie besser optimieren. Für Einsteiger kann ich dabei ein Mining Rig mit Nvidia 1060 oder 1070 Grafikkarten empfehlen, da diese leichter zu Handhaben und Energieeffizienter sind.

Auf www.whattomine.com kann man nun mit der gewählten Grafikkarte sehen, wieviel Strom diese verbraucht und welche Leistung diese erbringen kann.

Im Beispiel mit einer Nvidia 1060er Grafikkarte erhalte ich dabei die Information, dass ich 90 Watt pro Grafikkarte verbrauche, wenn ich Ether mine (Ethash Algorithmus) und eine Hash Rate von 22,5 Mh/s leiste.

Somit ist die Funktion für den Stromverbrauch: 90 Watt (Grundgerüst) + Anzahl Grafikkarten x 90 Watt. Je nach Mainboard kann man bis zu 7 Grafikkarten darauf bauen. Die günstigeren Mainboards bieten dabei meist 6 Slots für Grafikkarten an. In meinem Fall rechne ich mit 6 Grafikkarten für mein Rig.

Stromverbrauch: 630 Watt.

Leistung beim Etherminen 135 Mh/s.

Preis pro Grafikkarte: 230 Euro

Preis für Grundsystem: 350 Euro

Gesamtpreis: 1730 Euro

Jetzt braucht ihr noch eure Stromkosten pro KWh und könnt einen Finanzplan aufstellen. Bei mir liegt der KWh Preis bei 27 Cent (Ein-Personen Haushalt) bei Hausbesitzern meist bei 23 bis 24 Cent.

Mit diesen Werten lassen wir uns bei Coinwarz.com unsere Stromkosten, Umsatzerlöse und Break Even Punkt berechnen.

Rechnet dabei vorher die Zahlen in Dollar um.

Kosten pro KWh: 0,32 Cent

Gesamtpreis: 2063 $

Hier der Coinwarz link zur fertigen Rechnung.

 

114 Tage zum Break Even beim aktuellen Kurs – klingt verlockend. Falls euch 1730 Euro Anfangsinvest zu hoch sind, teilt euer Rig einfach auf. Jeder Slot mit Grafikkarte ist dabei 290 Euro wert. Ich habe mir mein Rig mit 2 Freunden geteilt und wir haben pro Person 550 Euro gezahlt. Geteilte Freude ist doppelte Freude – höhere Motivation und Austausch von Know-How.

 

In Teil 2 geht es um die explizite Hardware für euer Mining Rig.

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